Grad wenns mir nicht gut geht, ziehe ich Lieblingsklamotten an. Das macht wahrscheinlich jeder so, oder? Kuschlige, weiche Kleidungsstücke wie meine Lieblingssweatjacke und eine Hose mit vielen aufgesetzten Taschen. Ein langes Tshirt mit ein paar kleinen Löchern drin. “Wegschmeissen”, meint meine Tochter. “Wohlfühlen”, meine ich.
Wenn ein Mann da wäre, würde ich natürlich nicht so rumlaufen, aber das sind einfach meine Lieblingsklamotten, – ein echter Vorteil des Alleinseins, weil niemand meckern kann, dass “Du Dich gehen lässt”. Sieht ja keiner.
NAJA, manchmal geh ich schnell die Katze reinholen oder muss mal in den Keller (und zieh mich nicht um) – und ich glaube die Nachbarn die mich so sehen denken “naja”. Ist mir auch peinlich, aber nicht peinlich genug, sonst würde ichs ja ändern. Eigentlich ist es mir sogar egal.
SO, aber so kanns ja nicht sein, denn wir werden alle immer auch nach unserer Fassade gemessen. “Kleider machen Leute” haben Sie auch schon mal gehört. Manche Menschen tragen immer Sacco, auch einige Frauen meines Frauennetzwerkes kommen zum abendlichen Plaudern im Ernst im Jackett. Das sind die Typen mit einem Machtanspruch denk ich mir, aber das sind auch die, die frech auftreten und gerne andere übergehen. Jedenfalls signalisiert ihr Outfit “Du, nehm Dich in acht – ich kann unangenehm werden, ich komm nicht gemütlich daher”.
Ich hab mal gelesen, dass Kinder deshalb so gerne Monster und komische Figuren mögen, weil sie sich stärker fühlen, wenn sie sich mit mächtigen Figuren identifizieren. Vielleicht ist es eine Überlegung wert sich in Zeiten, in denen man sich nicht gut fühlt, eine weniger gemütliche Aussenwirkung über zu ziehen um auf optischem Weg Respekt zu verlangen.
Es ist eine Überlegung wert die eigene Signalwirkung zu überdenken. Was meinen Sie?
als kind malte ich immer gerne um meine gedanken zu ordnen – natürlich unbewusst, aber es hat geholfen mich gut zu fühlen.
beim malen mit pinsel, schwamm und fingern, mit acrylfarbe auf leinwand und mit pastellkreide fühle ich mich immer noch sehr wohl. die lust zum malen kommt manchmal während eines spaziergangs oder abends statt fernsehen oder wenn ich samstags aus der überfüllten stadt heimkomme und einfach meine ruhe brauche. oder wenn ich ausgegangen bin und der abend enttäuschend war.
die kreative atmosphäre schaffe ich mir so:
ich sorge für schöne musik, die meiner stimmung entspricht, ziehe etwas bequemes an, manchmal habe ich mir schöne blumen im raum hingestellt oder lasse das licht durch die geöffneten fenster herein fluten.
auf dem tisch sortiere ich meine vielen farben oder ich setze mich mal auf den boden und breite alles um mich herum aus. dazu etwas zu knabbern, vielleicht eine karaffe mit frischen trinkwasser und duftenden zitronenscheiben darin zum trinken.
malen auf großer leinwand ist auch ein körperlich aktiver prozess – finde ich. aufhören? erst wenn ich müde und glücklich bin oder total hungrig.
Wäre malen etwas für Sie, das Ihnen Freude machen könnte?
1 fertig aufgespannte Leinwand, 60 x 60 cm zum Beispiel, 3-5 Tuben gute Acrylfarbe, 1 dicker Pinsel und ein feiner Pinsel, ein Haushaltsschwamm zum Verreiben der Farbe und ein paar Pastellkreiden um Striche in die fast trockene Acrylfarbe zu graben und mit den Fingern Übergänge zu verreiben. Reicht schon aus.
Sie können dann immer wieder Schichten darüber setzen wenn sie wollen, richtig expressiv.
Schön sind auch Blautöne für den Anfang, etwas Gün dazu und ein wenig Lila. Meeresfarben. Ein wenig weisse Kreide für die Gischt vielleicht noch.
Oder viele energiegeladene Rottöne – von Orange bis Stierblutrot. Dazu etwas Gold und ein wenig schwarz.
Bin gespannt was Ihnen einfällt.
“du musst dem glück den weg ebnen, damit es zu dir kommen kann”
- sagte mir eine freundin.
bei einer scheidung oder trennung hat man plötzlich zeit für sich selbst, ganz unerwartet.
zeit, die man vorher mit dem partner verbracht hat. klar, man unternimmt etwas mit freunden zunächst, aber man fühlt sich eventuell nicht so wohl dabei, weil man vorher gemeinsam mit dem partner und den freunden unterwegs war.
also verbringt man – grad am anfang nach einer trennung – mehr zeit mit sich selbst allein – und grübelt dann oder erledigt alles mögliche und schafft es nicht die zeit mit angenehmen inhalten ganz für mich selbst zu füllen und anschließend erholt zu sein.
besonders wenn man eine familie versorgt, muss man erst wieder lernen herauszufinden was mir ganz persönlich freude macht wenn ich plötzlich mal wieder zeit für mich habe. das trifft auch zu für mamas, deren kinder flügge werden. eine sinnkrise – man wird nicht mehr gebraucht – und gleichzeitig soll man heraus finden was man mag, nachdem man jahrelang jede minute mit dringlichem gefüllt hat und alles im griff hatte.
ich konnte mich zuerst nicht entspannen, so ging es mir und es dauerte einige monate, bis ich verschiedene dinge ausprobierte und zu einer inneren ruhe fand und aufhörte dauernd etwas zu erledigen anstatt mal im park spazieren zu gehen.
erprobte tipps schreibe ich in dieser kategorie auf und freu mich auf euer feedback und eure vorschläge zu diesem thema.
liebe grüße, uli
ps: ich gehe jetzt in den park