Von Wohlfühlen und Entspannen ist man soweit entfernt wie ein kleiner Waschbär vom Nordpol. Die Gefühle sind nicht unter Kontrolle.
Manchmal fühlt man sich in der ersten Zeit der Trennung so als ob man Entzugserscheinungen hat, wenn man den Partner so extrem vermisst dass es körperliche Schmerzen bereitet.
Und tatsächlich – ich dachte andauernd an den Expartner und an nichts anderes, konnte nicht mehr schlafen und nicht mehr essen. Ich glaube, schlimmer als der Verlust waren eigentlich die veränderten Tagesabläufe – aber die Umstellung fiel mir so schwer und da musste ich durch. Ich hatte außerdem starke Schmerzen in den Armen.
Zuerst konnte meine Internistin mit einem pflanzlichen Schlafmittel helfen für die ersten 2 Wochen um mich nachts zu entspannen. Die Alpträume waren zwar noch da, aber ich wachte nicht mehr so oft davon auf.
Und dann erwiesen sich Homöopathie und eine Mischung aus Bachblüten als unterstützend. Davon kann keine Abhängigkeit entstehen und wenn das Mittel gut passt ist das ein angenehmer Beschleuniger im Umstellungsprozess.
Grad wenns mir nicht gut geht, ziehe ich Lieblingsklamotten an. Das macht wahrscheinlich jeder so, oder? Kuschlige, weiche Kleidungsstücke wie meine Lieblingssweatjacke und eine Hose mit vielen aufgesetzten Taschen. Ein langes Tshirt mit ein paar kleinen Löchern drin. “Wegschmeissen”, meint meine Tochter. “Wohlfühlen”, meine ich.
Wenn ein Mann da wäre, würde ich natürlich nicht so rumlaufen, aber das sind einfach meine Lieblingsklamotten, – ein echter Vorteil des Alleinseins, weil niemand meckern kann, dass “Du Dich gehen lässt”. Sieht ja keiner.
NAJA, manchmal geh ich schnell die Katze reinholen oder muss mal in den Keller (und zieh mich nicht um) – und ich glaube die Nachbarn die mich so sehen denken “naja”. Ist mir auch peinlich, aber nicht peinlich genug, sonst würde ichs ja ändern. Eigentlich ist es mir sogar egal.
SO, aber so kanns ja nicht sein, denn wir werden alle immer auch nach unserer Fassade gemessen. “Kleider machen Leute” haben Sie auch schon mal gehört. Manche Menschen tragen immer Sacco, auch einige Frauen meines Frauennetzwerkes kommen zum abendlichen Plaudern im Ernst im Jackett. Das sind die Typen mit einem Machtanspruch denk ich mir, aber das sind auch die, die frech auftreten und gerne andere übergehen. Jedenfalls signalisiert ihr Outfit “Du, nehm Dich in acht – ich kann unangenehm werden, ich komm nicht gemütlich daher”.
Ich hab mal gelesen, dass Kinder deshalb so gerne Monster und komische Figuren mögen, weil sie sich stärker fühlen, wenn sie sich mit mächtigen Figuren identifizieren. Vielleicht ist es eine Überlegung wert sich in Zeiten, in denen man sich nicht gut fühlt, eine weniger gemütliche Aussenwirkung über zu ziehen um auf optischem Weg Respekt zu verlangen.
Es ist eine Überlegung wert die eigene Signalwirkung zu überdenken. Was meinen Sie?
Als ich noch zur Schule ging und kurz vor dem Zwischenzeugniss einen Gefährdungsbrief nach Hause bekam, gab es einen riesigen Krach mit meiner Mutter und meinem Stiefvater. Ich bin damals weggelaufen weil ich den Druck nicht mehr ausgehalten habe. Immer die Spannungen zwischen meinem Vater und dem Stiefvater, meiner Mutter und meiner Stiefmutter.
Ich musste zum Direktor weil meine Leistungen so schlecht waren und kurzzeitig war das Thema Internat im Gespräch.
Was ich sagen will ist, dass ich als Teenager gerne mal gehört hätte, dass es kein Problem ist mal zu versagen oder Mist zu bauen es gibt immer eine Lösung.
Meine Mutter ist auch alleinerziehend und es war sehr schwer ohne Vater auszukommen. Während der Scheidung wurde ich oft als Botschafter benutzt. Ich sollte meinem Vater ausrichten das er Unterhalt zahlen soll, und ich bin mit einem Brief vom Anwalt wieder zurück zu meiner Mutter gegangen. Das alles hat mich sehr wütend gemacht und ich finde es schade das meine Eltern das nicht erwachsener geregelt haben
Oft muss man sich als alleinerziehende(r) um zuviele dinge auf ein mal kümmern.
wenn man nicht alles schafft wie man es sich vorstellt – dann gibt es verschiedene optionen diesen spagat zwischen soll- und ist-zustand zu lösen:
Ich probiers immer zuerst mit Lösung 1, “ein paar Brickets auflegen, den Turbo zuschalten” schneller werden, fleissiger sein etc.
Und regelmäßig zeigen sich nur kurzfristig Vorteile. Meine Fehlerquote steigt, ich vergesse Dinge.
Also würde ich empfehlen das bewusst nur über kurze Zeitstrecken – als Turbo sozusagen – so zu machen.
Und das Große und Ganze sauber zu planen. Also nachzudenken wo die Zeitfresser liegen, wer mich viel Zeit kostet – immer wieder und meist plötzlich – und wo ich für meine investierte Zeit im Gegenzug nicht genug zurück bekomme.
Sozusagen wenn ein Zeit-Tausch (ich helf Dir und Du hilfst mir) nicht klappt. Zum Beispiel wenn man mit anderen die Kinder im Austausch betreut oder sich gegenseitig Gefälligkeiten erweist. Da muss die Bilanz grundsätzlich stimmen. Auch wenn ich mich bei Jemandem manchmal ausweinen darf, aber der dafür viel mehr meiner Zeit und Nerven beansprucht oder dominant in meinem Leben mitwirkt und ich nicht mehr selbst der “Regisseur” meines Lebens bin. Das sofort unterbinden. Es findet sich immer eine andere Lösung, wenn auch nicht sofort – aber ganz sicher!
Es ist auch besser – denke ich heute, nachdem ich es anders gemacht hatte – finanziell kürzer zu treten und dafür mehr Zeit zu haben für die Kinder, die auch leiden unter einer Trennungssituation.
Gemütlicher, mehr Zeit, gemeinsam durch die Krise.
Klar ist die Angst groß vor einem “sozialen Abstieg”, aber das lässt sich wieder ändern wenn wieder Zeit ist für mehr Zeitinvest in den Job. Was nicht mehr änderbar ist, sind die Gefühle der Einsamkeit oder die gemeinsamen Erlebnisse, die zusammen schweissen.
Ganz wichtig ist, die Energielöcher und Zeitfresser zu finden und zu eliminieren, denn das ist vergeudete Energie. In der Motivationspsychologie und bei der Karriereplanung gehen Profis so vor:
Man legt die persönlichen Ziele fest und plant dann was man dafür tun muss um die Ziele zu erreichen und was man weglässt, weil es nachgeordnet wichtig ist und zuviel Energie kostet im Verhältnis zum Nutzen.
Dazu werde ich hier auch nochmals einen Artikel schreiben später.
Zunächst möchte ich Ihnen das Buch von Lothar Seiwert “Mehr Zeit fürs Glück” empfehlen. Da sind grundsätzliche Gedanken in schöner Form aufbereitet, wie das bei den GU-Büchern (Gräfe Unzer Verlag) so toll gemacht ist. Listen um sich klar zu werden über Ziele.
Mir hat das Buch wahnsinnig geholfen, es war meine erste Berührung mit der Idee mein Leben sei planbar.
übrigens, da fällt mir noch etwas ein, was halten sie davon?:
gehen Sie mit den kindern in die stadtbibliothek und leihen sie das buch aus – kostet nichts, die kinder haben ja immer duch die schule bibliotheksausweise. sie können auch gemeinsam in der bibliothek spielen – in münchen haben wir auch immer gemütliche leseeckenin den stadtteilbibliotheken und es gibt aktuelle zeitschriften. das ist ein netter gemeinsamer nachmittag.
oder zum beispiel samstags: bei hugendubel und anderen buchläden – das buch gemütlich in der leseecke durchstöbern ob es ihren geschmack trifft – sie können bücher zur ansicht vorbestellen und auch andere titel anlesen. die kinder schmökern derweil in kinderbüchern.
und: bücher gebraucht kaufen bei amazon, gemütlich bestellen übers internet.
Ihr Leben ist planbar! Auch wenn manchmal unerwartet eine Krise geschieht wie momentan, aber danach geht es weiter. Die Krise ist der Moment um Inne zu halten und zu prüfen ob etwas geändert werden sollte. Dafür brauchen sie Zeit.
S.Fischer Verlag
Bas Kast studierte Psychologie und Biologie und er hat eine journalistische Ausbildung.
In diesem Buch schreibt Bas zu Partnerauswahl-Kriterien und vermittelt ganz klares, faktisches Wissen darum wie unsere Entscheidungen von biochemischen Prozessen in unserem Körper beeinflusst werden. Er hat Erkenntnisse aus Psychologie & Medizin & Verhaltensforschung & Neurophysiologie in Beziehung zueinander gesetzt und Schlüsse daraus gezogen.
“Absolut spannend” dachte ich mir und hab das Buch mehrmals, in Abständen, wieder zur Hand genommen und Passagen gelesen.
Bas Kast schreibt zu Themen wie:
Mir gefallen besonders die Auswertungen von Testsituationen. Es gibt keine Ratschläge, man kann selbst zum persönlichen Fazit kommen. Intelligent geschrieben.
Ich werds gleich wieder mal lesen.
Wird man als Frau plötzlich Single – dann hat man oft viele bis dahin befreundete Ehefrauen gegen sich. Erstaunlicherweise denken viele Frauen im Umfeld, dass nun ihr “Ernährer” geentert wird von der Single-Frau und dass sie ihn verlieren.
Unglaublich – aber alltäglich ist diese Veränderung im Privatleben.
Und brave Ehemänner haben Angst, dass ihre Frau nun auch vom Trennungsfieber angesteckt wird und sie häuslichen Unfrieden oder gar eine Trennung befürchten müssen.
Das Thema Trennung/ Scheidung ist also völlig Angst besetzt – und dabei wird beinahe jede zweite Ehe geschieden. Bei dieser Gelegenheit bemerke ich wieder, dass die Ehe eine Wirtschaftsgemeinschaft ist und es um massive Interessen geht.
Ich hoffe sehr, dass – ähnlich Sportgemeinschaften und Stillgruppen – auch Teams von Menschen in Trennung/ Scheidung gegründet werden um sich gegenseitig Halt und Geborgenheit in einer Gemeinschaft zu geben. Denn mit der Trennung verliert man oft einen Teil des Freundeskreises oder bekommt von Mitgliedern der Verwandtschaft wenig aufmunternde Kommentare zu hören.
Wenn Sie Interesse haben Teil einer Gemeinschaft von Menschen in Trennung zu werden – vielleicht finden sich genug Teammitglieder für einen wöchentlichen Treff und für gemeinsame Aktivitäten – dann schreiben Sie doch einen Kommentar hier anschließend oder senden Sie uns eine Mail mit Ihren Erreichbarkeiten.
Eventuell können wir das organisieren.
Haben Sie auch schon einmal die Geschichte gelesen, in welcher jemand erzählt, dass sein Vater (ein Stellvertreter für unsere Elterngeneration) keine Arbeitskollegen privat näher kannte und wie traurig das ist. Und dass wir das nun völlig anders machen sollten.
Im Fall einer Scheidung und harten Trennungsphase gilt nur eine Regel:
Ihr Privatleben streng vertraulich behandeln im Job – möglichst niemand davon erzählen. Warum?
Schützen Sie sich in einer unstabilen Situation vor Angriffen oder menschlichen Enttäuschungen. Und ersparen Sie sich Ärger durch genervte Zuhörer, indem Sie nicht zu sehr die Geduld Ihres Umfeldes strapazieren.
Wer (psychisch) angeschlagen ist, ist weniger leistungsfähig. Und das stimmt auch. Ich habe bemerkt, dass das von Arbeitgebern nicht gern gesehen wird, sie erhalten weniger Leistung für ihr Geld. Und 1 Jahr ist da schnell passiert bevor man sich erholt. Unkonzentriertheit, die Fehlerquote erhöht sich, man ist gereizt, man plaudert mehr Privates, weil man solch einen Rededrang hat. Sogar Männern geht es so. Man surft etwa mehr privat in der Arbeitszeit (was gemessen werden kann und zur Kündigung führen kann.) Man telefoniert eventuell öfters privat in der Arbeitszeit und Kollegen hören mit.
Manche Kollegen denken nun, dass Sie für den angeschlagenen Kollegen Arbeit miterledigen würden – und sind sauer. Oder sie hassen den Unfrieden und die Unruhe, die von ihm ausgehen. Ich habe auch erlebt, dass Konkurrenten das ausnutzen um sich – erfolgreich übrigens – durchzusetzen. Manch einer fühlt sich aber auch nur – und manchmal zu Recht, manchmal zu Unrecht – als seelischer Mülleimer missbraucht.
Mancher Kollege erzählt von der Trennung im Kollegenkreis auch zuhause und seine Frau hat dann Angst, dass nun ihr Mann ausgespannt wird – und sie macht gleich mal vorsorglich Stimmung gegen eine Arbeitskollegin ihres Mannes.
Chefs haben Angst, dass Ihre Abteilung das erforderliche Arbeitspensum nicht liefern kann wenn eine Person nicht leistungsstark ist. Mich sprach auch schon mal ein privat sehr sympathischer Freund an – Vorgesetzter in einem internationalen Konzern – der einen Mitarbeiter in einer Scheidungsphase hatte und mit ihm nun ernsthaft reden musste und eine Entscheidung treffen musste, ober er den Kumpel weiterhin mittragen kann und seine ganze Abteilung dadurch belastet.
Es gibt also eine Menge Interessenskonflikte. Ich habe gute Erfahrungen damit gemacht, dass ich im Job nichts bis wenig erzählte, früh ging und meinen Frust beim Sport ablud und einen Therapeuten aufsuchte um meinen Rededrang in den Griff zu bekommen.
Versuchen Sie es so gut Sie können, nehmen Sie sich so oft wie möglich frei und fühlen sie sich frei.
Vermeiden Sie unerfreuliche Situationen und Kritik indem Sie sich nur qualifizierten Zuhörern anvertrauen.
Meist schleicht sich das Gefühl, dass eine Trennung vom Partner besser wäre, kontinuierlich und zunehmend ein in den Alltag.
Es ist ein unangenehmes Gefühl und hat so einen “Hallowach”-Effekt, etwa wie wenn man an einem klaren, klirrendkalten Wintertag wach ist. Hier meldet sich anscheinend das Unterbewusstsein.
Das sind kurze – völlig dringende – Bewusstseinszustände. Da das klar ist, kann man versuchen etwas zu ändern, wenn man keine Trennung erleben will – oder wenn man abklären möchte ob eine Trennung sinnvoller wäre als gemeinsam weiter zu machen.
Zum Beispiel eine Paartherapie besuchen, etwa bei Profamilia oder bei Psychologen. Manchmal helfen diese Gespäche ganz gut, es kommt auch auf die Qualität der beratenden Person an unter anderem. Und das ist schwer zu beurteilen, auch empfohlene Berater müssen nicht für jeden passend sein.
Ich würde da immer radikal und kompromisslos (und sofort auf das Bauchgefühl hören, das ist extrem wichtig, denn das Bauchgefühl ist klüger als das Bewusstsein. Es gibt auch unfähige Therapeuten und Sie vergeben damit die Chance auf ein angemessenes Ergebnis – und besonders wenn die Krankenkasse dann bei dieser Person zahlt und Ihr Geld sinnlos ausgegeben wird) nach Wohlbefinden und Sympathie entscheiden.
Die erste Sitzung ist normalerweise zum Kennenlernen und gratis. Die Krankenkassen übernehmen meist eine Anzahl von Stunden ohne Überweisung, da müssten Sie im Bedarfsfall mal bei Ihrer Versicherung vorsichtig (!) nachfragen.
Ich finde sobald man auf den Ex-Partner sauer ist, gibt das einem richtig Energie.
Ich hasse es, Zuhause zu sitzen und darüber nachzudenken warum die Beziehung am Ende ist, was ich falsch gemacht habe und ob es noch Hoffnung gibt.
Und dann denkt man darüber nach was der Partner alles gesagt hat und interpretiert Dinge hinein wo man sich selbst wieder ins Wunschdenken versetzt. Dann bin ich lieber wütend und kann die Wohnung verlassen, um zum Sport oder in die Stadt zu gehen.